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Jahresbericht 2007

Der politische und wirtschaftliche Integrationsprozess rund um die Ostsee und in Ostmitteleuropa machte 2007 Fortschritte, die bis vor kurzem nach undenkbar waren. Vor nicht einmal 20 Jahren verlief durch die Ostsee von Lübeck bis zum damaligen Leningrad die Front des Kalten Krieges. Im Dezember 2007 sind Polen, die baltischen Staaten, Tschechien und weitere Staaten Mittel- und Osteuropas dem Schengener Abkommen beigetreten. Heute ist es möglich, ohne Grenzkontrollen beinahe rund um die Ostsee oder vom Niederrhein bis zu den Karpaten zu fahren. Der Ostseeraum boomt, auch die Staaten Ostmitteleuropas weisen seit vielen Jahren überdurchschnittliche Wachstumsraten auf. Trotz dieser unbestreitbaren Erfolge ist die Aufbruchstimmung der 1990er Jahre verflogen und häufig einer nüchternen Kosten-Nutzen-Analyse gewichen. Umso wichtiger ist es heute, zurückzuschauen und den Stand des Erreichten mit den Konflikten und Tragödien des 20. Jahrhunderts zu vergleichen. Darüber hinaus wird die gemeinsame Arbeit am kulturellen Gedächtnis, der Austausch über Feindbilder und Stereotypen sowie die Vernetzung lokaler und regionaler Akteure, wie sie auf den Tagungen, Seminaren und Studienreisen der Academia Baltica betrieben wird, ihren Beitrag zu neuen Perspektiven leisten: Es gilt, die Erweiterung des politischen Europa nach Osten nicht als Last, sondern als Chance zu begreifen.

 

Lübeck, im März 2008

Dr. Christian Pletzing

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