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Renate Marsch-Potocka

1973 -1996  Korrespondentin der Deutschen Presseagentur (dpa) in Warschau


16.09.2006
 
 

An den Ministerpräsidenten des Landes Schleswig Holstein
Herrn Peter Harry Carstensen
Düsternbrooker Weg 70
24107 Kiel

 


Betr. Academia  Baltica
 

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

Es wäre ein großer Verlust für die menschlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarn im Ostseeraum, wenn die Academia Baltica in Lübeck aus finanziellen Gründen ihre Arbeit einstellen müsste.
Ich war von 1973 -1996  Korrespondentin der Deutschen Presseagentur (dpa) in Warschau und lebe jetzt in Masuren. Für meinen Beitrag zum besseren Verständnis zwischen Deutschland und Polen erhielt ich 1994 das Bundesverdienstkreuz und in diesem Jahr (2006) vom Wojewodschaftsparlament (Sejmik) in Allenstein (Olsztyn) eine Auszeichnung für Verdienste um die Wojewodschaft  Ermland und Masuren.  
In all diesen Jahren habe ich die Arbeit zunächst der Ostsee-Akademie und dann der Academia Baltica mit großem Interesse verfolgt. Ihre Veranstaltungen haben viel zum Abbau der Vorurteile zwischen Polen und Deutschen beigetragen. Diese beruhen oft auf  unterschiedlichen Geschichtsinterpretationen, die bei den Arbeiten der Seminare geklärt werden können. Wie wichtig das noch immer ist, zeigen die jüngsten Irritationen und Missverständnisse im Verhältnis zwischen Polen und Deutschland.
Ich bitte Sie daher, unter diesen für Deutschland und Schleswig-Holstein wichtigen Gesichtspunkten die Pläne zur Kürzung der Mittel für die Academia Baltica noch einmal zu überdenken.

Mit freundlichen Grüßen


Renate Marsch-Potocka