Displaced Persons. Flüchtlinge aus den
baltischen Staaten in Deutschland
Seminar mit der
Gustav-Heinemann-Bildungsstätte Malente und dem
Honorarkonsulat der Republik Lettland in Schleswig-Holstein
vom 24. bis 26. März 2006 in Malente
Am Ende des Zweiten Weltkrieges befanden sich tausende Menschen aus Estland, Lettland und Litauen in Deutschland, die nicht in ihre Heimat zurückkehren konnten oder wollten. Von den knapp 200.000 Balten lebten allein 80.000 in der britischen Besatzungszone. Die Mehrheit dieser „Displaced Persons“ war vor den sowjetischen Besatzungstruppen geflohen, manche hatten während des Krieges mit den Deutschen zusammengearbeitet oder waren als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt worden.
Ein Zentrum der Flüchtlinge aus den baltischen Staaten in Norddeutschland war Lübeck, in Hamburg entstand eine baltische Universität, die 1947 nach Pinneberg verlegt wurde. Nur wenig ist über diese Aspekte der Nachkriegsgeschichte bekannt. Wie sah der Alltag der Displaced Persons in den Flüchtlingslagern aus? Welche Bedeutung hatte die Pflege des kulturellen Erbes? Wann vollzog sich die Integration in die deutsche Gesellschaft? Wir laden Sie ein, mit Wissenschaftlern und Zeitzeugen die vergessene Geschichte der Displaced Persons aus Estland, Lettland und Litauen zu entdecken!
Dr. Christian Pletzing
Akademieleiter
Programm
Freitag, 24. März 2006
ab 14.00 Uhr Anreise zur Gustav-Heinemann-Bildungsstätte Malente
15.30 Uhr Kaffee
16.00 Uhr Begrüßung und Einführung
Dr. Christian Pletzing, Lübeck
16.30 Uhr Esten, Letten und Litauer in Nachkriegsdeutschland. Von rechtlosen Flüchtlingen zu heimatlosen Ausländern
Tillmann Tegeler M.A., München
18.30 Uhr Abendessen
20.00 Uhr Alltag estnischer DPs in Deutschland.
Die Sammlung Hintzer im Herder-Institut Marburg
Dorothee M. Goeze M.A., Marburg
Samstag, 25. März 2006
9.00 Uhr Nachbarschaft und Konflikt.
Die DPs und die Deutschen
Dr. Stefan Schröder, Greven
10.30 Uhr Kaffee
11.00 Uhr Displaced Persons in Schleswig-Holstein
Hannes Harding M.A., Schleswig
12.30 Uhr Mittagessen
15.00 Uhr Litauer in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Zur Situation der litauischen Kultur im Exil
Prof. Dr. Swetlana Czerwonnaja, Moskau und Thorn/Toruń
16.30 Uhr Musiker als Displaced Persons.
Vladas Jakubėnas und Jāzeps Vītols in Deutschland
Ingo Hoddick M.A., Duisburg
18.00 Uhr Abendessen
19.30 Uhr Flüchtlinge, Displaced Persons, heimatlose Ausländer. Zeitzeugen berichten.
Moderation: Marianne Pletzing, Lübeck
Sonntag, 26. März 2006
9.00 Uhr Der malende Dichter Jānis Jaunsudrabiņš und sein Weg von Lettland ins westfälische Exil
Dr. Andreas Fülberth, Kiel
10.30 Uhr Kaffee
11.00 Uhr „DP Album“. Das Leben lettischer DPs in Bildern
Daina Zalāne, Riga
13.00 Uhr Mittagessen, anschl. Abreise
Anreise
Ort des Seminars ist die Gustav-Heinemann-Bildungsstätte inmitten der Holsteinischen Schweiz zwischen Bad Malente-Gremsmühlen und Sielbeck, direkt am Kellersee: Schweizer Str. 58, D-23714 Malente, Tel. 04523-880970, Fax 04523-8809728. Sie erreichen die Bildungsstätte mit der Bahn über den Bahnhof Bad Malente-Gremsmühlen an der Strecke Lübeck-Kiel, von dort mit dem Nölte-Linienbus bis zur Haltestelle Heinemann-Bildungsstätte oder mit dem Auto über die Autobahn Hamburg-Lübeck-Puttgarden bis zur Abfahrt Eutin, weiter über die B 76 bis Eutin, von dort nach Malente und durch Malente Richtung Sielbeck; 1 km hinter dem Ortsausgang liegt die Bildungsstätte direkt am See.
Teilnahme
Die Gebühr für die Teilnahme beträgt 124,-- €, für Schüler, Studenten (bis 30 Jahre) und Arbeitslose 96,-- €. Im Preis enthalten sind die Kosten für Unterkunft und Verpflegung und das Programm. Der Zuschlag für ein Einzelzimmer beträgt 9,-- € pro Übernachtung. Bitte vermerken Sie Ihren Zimmerwunsch bei der Anmeldung! Gäste ohne Übernachtung zahlen die Hälfte der Tagungsgebühr. Anmeldeschluss ist der 24.2.2006. Mit der Bestätigung erbitten wir die Überweisung Ihres Beitrages. Erfolgt eine Abmeldung später als vier Tage vor Beginn der Tagung oder erscheint der Teilnehmer nicht, müssen wir dem Teilnehmer den Tagungsbeitrag berechnen. Eine Förderung durch die Bundeszentrale für politische Bildung ist beantragt. Unsere Tagungsnummer ist 12-06.
Titelillustration: Die 5. Klasse der Lettischen Volksschule Lübeck, 1948. In der ersten Reihe (erste von rechts) die heutige Staatspräsidentin der Republik Lettland, Vaira Vīķe-Freiberga. Foto:
Arnis Siksna www.dpalbums.lvAcademia Baltica
Hoghehus, Koberg 2, 23552 Lübeck
Telefon: +49(0)451-39694-0 , Telefax: +49(0)451-39694-25
E-mail: office@academiabaltica.de
Internet: www.academiabaltica.de
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