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Programm 31-05

 



Juden in Ostpreußen.

Lebenswelten und Erinnerung

Tagung in Zusammenarbeit mit dem Institut für die Geschichte
 der deutschen Juden, Juden in Ostpreußen e.V.,
 Towarzystwo Miłośników Twierdzy Boyen
und der Akademie Sankelmark
vom 9. bis 11. September 2005
in Sankelmark
 

Nur wenige Aspekte der jüdischen Geschichte Ostpreußens sind bis heute bekannt. Geschichte und Kultur der Juden Ostpreußens halfen nicht, territoriale Besitzansprüche zu untermauern, und blieben daher unerforscht. Die Erinnerung an die Juden Ostpreußens und an ihre Unterdrückung und Vernichtung durch das NS-Regime schien in Deutschland während des Kalten Kriegs nahezu verschollen. In Polen, Litauen und dem Kaliningrader Gebiet wurde die jüdische Geschichte Ostpreußens dagegen als Teil der deutschen Tradition gesehen.

Mit Zeitzeugen und Wissenschaftlern aus Polen, Israel und Deutschland wollen wir die jüdischen Lebenswelten in Masuren, Preußisch Litauen und Königsberg erörtern – von der jüdischen Einwanderung nach Ostpreußen über die Alltagskultur und das Gemeindeleben bis zum Holocaust. Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch.

Wir laden Sie ein!

           Dr. Christian Pletzing        Dr. Ruth Leiserowitz       Dr. Dietmar Albrecht
                
Akademieleiter              Juden in Ostpreußen e.V.     Academia Baltica e.V.

                                             Dr. Stefanie Schüler-Springorum
                                  
Institut für die Geschichte der deutschen Juden
 

 

Programm
 

Freitag, 9. September 2005
ab 15 Uhr       Anreise
16.00 Uhr       Kaffee
16.30 Uhr       Begrüßung und Einführung
                       Dr. Stefanie Schüler-Springorum, Hamburg;
                       Dr. Ruth Leiserowitz, Berlin; Dr. Christian Pletzing, Lübeck
17.00 Uhr       Das erfolgreiche Leben des Aron Liebeck.
                       Eine Biographie in exemplarischer Absicht
                       Dr. Stefanie Schüler-Springorum, Hamburg
18.00 Uhr       Abendessen


Samstag, 10. September 2005
9.00 Uhr         Die Grenze als Chance. Litwakische Lebensperspektiven
                       zwischen Kybartai und Königsber
                       Dr. Ruth Leiserowitz, Berlin
9.50 Uhr         Die Juden einer Ostseestadt. Königsberg/Pr. in einer
                       nordosteuropäischen Perspektive
                       Sabine Rüdiger-Thiem, Hamburg
10.30 Uhr       Kaffee
11.00 Uhr       „Nur die Juden sind die Herren unserer Seen”.
                       Zur Wahrnehmung der Juden in Masuren
                       Jerzy Marek Łapo, Giżycko/Lötzen
12.00 Uhr       Mittagessen
14.00 Uhr       Adelsson – zum Lebensbild eines Holzhändlers zwischen Jurbarkas
                       und Königsberg
                       Thomas Lackmann, Berlin
15.00 Uhr       Die Familie Rubenstein aus Lötzen. Ein Beitrag zur jüdischen
                       Geschichte Ostpreußens
                       Jan Sekta M.A., Giżycko/Lötzen
16.00 Uhr       Kaffee
16.30 Uhr       East Prussia as a gateway for Litwaks
                       Prof. Dr. Mordechaj Zalkin, Ber Sheva
18.00 Uhr       Abendessen
19.30 Uhr       Jüdisches Leben in Ostpreußen. Bericht eines Zeitzeugen
                       David Lisbona, Haifa, im Gespräch mit Dr. Ruth Leiserowitz


Sonntag, 11. September 2005
9.00 Uhr         Das „Mendelssohn-Haus“ in Allenstein – ein vergessener Ort der Erinnerung
                       Prof. Dr. Robert Traba, Warszawa/Warschau
10.30 Uhr       Kaffee
11.00 Uhr       Rekonstruktion zwischen Identität und Imagination.
                       Neue jüdische Gemeinden in Klaipėda und Kaliningrad
                      Jakob Rickler, Klaipėda/Memel und Leipzig
12.30 Uhr       Schlußdiskussion
13.00 Uhr       Mittagessen, anschließend Abreise

Gefördert durch die Kulturreferentin für Ostpreußen




Die Academia Baltica
Concordia domi foris paxEintracht im Innern und Friede im Äußern. Der Mahnung verpflichtet, die vom Holstentor die Gäste Lübecks grüßt, arbeitet die Academia Baltica im Netzwerk der Völker und Staaten Mitteleuropas und des Ostseeraumes, in guter Tradition und mit neuer Kraft. Die Akademie hat ihren Sitz im Hoghehus am Koberg, im wohl ältesten Steinbau Lübecks aus der Zeit um 1200, einst Sitz des Landvogts als Vertreter des Kaisers im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Ein paar Schritte weiter steht das Haus der „Buddenbrooks“, Gedenkort der Brüder Heinrich und Thomas Mann, dichtbei das künftige Zentrum für Willy Brandt und wiederum um die Ecke das Haus für Günter Grass, des dritten der Lübecker Nobelpreisträger. Ihnen benachbart leistet die Academia Baltica ihren Beitrag zur Begegnung der Menschen und zu neuem europäischen Miteinander.

Der Förderverein der Academia Baltica
Private Initiative muss die Förderung durch Bund, Land und Stiftungen ergänzen. Wer die Arbeit der Akademie unterstützen will, kann Mitglied werden im Verein zur Förderung der Academia Baltica. Der Mindestbeitrag beträgt 60,-- € im Jahr. Beiträge und Spenden sind abzugsfähig.

Anreise
Die Akademie Sankelmark liegt nahe der deutsch-dänischen Grenze 9 km südlich von Flensburg am Nordufer des Sankelmarker Sees. Autofahrer verlassen die Autobahn Hamburg-Flensburg an der Abfahrt Tarp in Richtung Sörup und halten sich gleich darauf am Kreisel auf der Bundesstraße 76 in Richtung Flensburg. Nach 6 km weist ein Schild linksab zur Akademie. – Bahnreisende fahren bis zum Bahnhof Flensburg, nehmen von dort ein Taxi (etwa 13 €) oder gehen ein Stück zu Fuß linkerhand den Hang aufwärts zur Haltestelle für den Bus nach Schleswig/Kiel oder Tarp/Eggebek. Die Akademie hat eine eigene Haltestelle.

Teilnahme
Die Gebühr für die Teilnahme beträgt 114,-- €. Der Zuschlag für ein Einzelzimmer beträgt 12,-- €. Im Preis enthalten sind die Kosten für Unterkunft und Verpflegung und das Programm. Gäste ohne Übernachtung zahlen die Hälfte der Tagungsgebühr, Hörer ohne Übernachtung und Verpflegung zahlen 20,-- €. Anmeldeschluß ist der 20.8.2005. Mit der Bestätigung erhalten Sie weitere Informationen zur Anreise und Unterbringung. Bitte zahlen Sie Ihren Teilnehmerbeitrag bar bei der Anreise. Erfolgt eine Abmeldung später als vier Tage vor Beginn der Tagung oder erscheint der Teilnehmer nicht, müssen wir dem Teilnehmer den Tagungsbeitrag berechnen. FürStudierende steht eine begrenzte Zahl freier Plätze (ohne Tagungsbeitrag mit Erstattung der Fahrtkosten) zur Verfügung. Bewerbungen mit aussagekräftiger Begründung senden Sie bitte an die Academia Baltica. Unsere Tagungsnummer ist 31-05.
                                                                                       Anmeldung

Titelillustration: Die neue Synagoge zu Königsberg an der Lindenstraße im Osten des Kneiphofs. Linolschnitt von Daniel Staschus, um 1930. Aus: Gerhard von Glinski und Peter Wörster, Königsberg. Die ostpreußische Hauptstadt in Geschichte und Gegenwart. Berlin und Bonn: Westkreuz-Verlag 1990, S. 72.


Academia Baltica
Hoghehus, Koberg 2, D-23552 Lübeck
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