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Programm 21-05




Bernhard Schlink, Liebesfluchten.

Gegenwartsliteratur im Gespräch

Literarische Werkstatt
vom 11. bis 13. Februar 2005
in Lübeck

 

Nach dem Welterfolg seines Romans "Der Vorleser" legt Bernhard Schlink im Jahr 2000 seinen Erzählband "Liebesfluchten" vor, in dem er sieben Liebesgeschichten aus männlicher Perspektive erzählt, die vom Scheitern der Liebe handeln. Die Protagonisten dieser Erzählungen sind nicht mehr jung, sie haben ihr Leben gelebt, blicken zurück und stellen eine Bilanz unerfüllter Träume und Sehnsüchte auf, die durch die Unfähigkeit, Liebe zu zeigen und zu geben, charakterisiert ist. Auch wenn das psychologische Moment in den Texten zu dominieren scheint, ist der Aspekt der historischen Zeit in jeder Erzählung präsent und verweist darauf, wie sehr der Einzelne ihr unterworfen ist.

Wir wollen in diesem Seminar drei Erzählungen gemeinsam lesen und interpretieren und uns dabei auf das Lesevergnügen dieser bemerkenswerten Texte über menschliche Beziehungen und Gefühle einlassen, die immer auch eine Auseinandersetzung mit dem Leben und der Geschichte sind. Die Texte sollten vor dem Seminar gelesen werden.

Wir laden Sie ein zur literarischen Werkstatt in das Hoghehus!

         Almut Straßburg-Gränzin     Dr. Christian Pletzing     Dr. Dietmar Albrecht
          
Vorbereitung und Leitung               Akademieleiter            Academia Baltica e.V.
 

 

 

Programm
 

Freitag, 11. Februar 2005
ab 14 Uhr         Anreise im Hotel "Klassik Altstadt", Fischergrube 52
18.00 Uhr         Abendessen
19.00 Uhr         „Der Seitensprung“ I. Einführung, Lesung, Interpretation


Samstag, 12. Februar 2005
9.00 Uhr           "Der Seitensprung" II. Lesung, Interpretation
12.30 Uhr         Mittagessen
14.30 Uhr         Stadtspaziergang durch Lübecks Altstadt
                         mit Dr. Tom Crepon
16.30 Uhr         "Der Andere" I. Lesung, Interpretation
18.30 Uhr         Abendessen
19.30 Uhr         "Der Andere" II. Lesung, Interpretation


Sonntag, 13. Februar 2005
9.00 Uhr          "Die Frau an der Tankstelle". Lesung, Interpretation
11.00 Uhr         Schlußgespräch mit Videointerview Bernhard Schlink
12.30 Uhr         Mittagessen, anschließend Abreise

 

Ich hätte antworten können, daß auch sie mir eine andere Welt aufschlossen. Nicht eine exotische Welt von mäßiger Wichtigkeit und kurzlebigem Reiz, sondern die andere Hälfte unserer durch Mauer und Eisernen Vorhang halbierten Welt. Dank Ihrer war ich in ganz Berlin zu Hause, fast in ganz Deutschland, fast in der ganzen Welt.

Statt dessen widersprach ich. Ich konnte damit, daß ihre und meine Welt verschieden waren und wir den Zugang zur einen Welt gegen den Zugang zur anderen tauschten, nicht umgehen. Unsere Beziehung sollte Freundschafts-, keine Austauschbeziehung sein. Ich wollte nicht der aus dem Westen und sie sollten nicht die aus dem Osten sein. Wir sollten einfach Menschen sein.“

„Der Seitensprung“, S. 61


 "Ich werde hier aussteigen. Ich komme nicht weiter mit. Ich weiß, daß ich mich unmöglich verhalte. Ich hätte es besser wissen müssen. Aber ich weiß auch nicht, wie ich es besser hätte wissen können. Wir versuchen uns in Trümmern einzurichten. Ich will mich nicht mit dir in Trümmern einrichten. Ich will es einfach noch mal versuchen."

"Was? Was willst du versuchen?"

"Das Leben, die Liebe, einen neuen Anfang, alles eben."

„Die Frau an der Tankstelle“, S. 306



Die Academia Baltica
"Concordia domi foris pax " Eintracht im Innern und Friede im Äußern. Der Mahnung verpflichtet, die vom Holstentor die Gäste Lübecks grüßt, arbeitet die Academia Baltica im Netzwerk der Völker und Staaten Mitteleuropas und des Ostseeraumes, in guter Tradition und mit neuer Kraft. Die Akademie hat ihren Sitz im Hoghehus am Koberg, im wohl ältesten Steinbau Lübecks aus der Zeit um 1200, einst Sitz des Landvogts als Vertreter des Kaisers im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Ein paar Schritte weiter steht das Haus der "Buddenbrooks", Gedenkort der Brüder Heinrich und Thomas Mann, dichtbei das künftige Zentrum für Willy Brandt und wiederum um die Ecke das Haus für Günter Grass, des dritten der Lübecker Nobelpreisträger. Ihnen benachbart leistet die Academia Baltica ihren Beitrag zur Begegnung der Menschen und zu neuem europäischen Miteinander.

Der Förderverein der Academia Baltica
Die Bundesregierung und das Land Schleswig-Holstein fördern die Arbeit der Academia Baltica. Private Initiative muß die Hilfe von Bund und Land ergänzen. Wer die Arbeit der Akademie unterstützen will, kann Mitglied werden im Verein zur Förderung der Academia Baltica. Der Mindestbeitrag beträgt 60 € im Jahr. Beiträge und Spenden sind abzugsfähig.
                                                                                    

Teilnahme
Die Gebühr für die Teilnahme beträgt 179 €. Darin sind enthalten die Üœbernachtung samt Frühstück in Doppelzimmern mit Dusche/WC im Hotel "Klassik Altstadt", Fischergrube 52, 23552 Lübeck, Tel. 0451-70298-0, wenige Minuten zu Fuß von den Räumen der Academia Baltica im Hoghehus am Koberg, Mittag- und Abendessen und das Seminarprogramm. Der Zuschlag für ein Einzelzimmer beträ¤gt 28 € . Gäste ohne Übernachtung zahlen die Hälfte der Tagungsgebühr. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 beschränkt. Unser Hotel "Klassik Altstadt" bietet kostenpflichtige Parkplätze. Weitere Plätze finden sich vor den Media Docks jenseits der Untertrave, zehn Minuten Fußweg vom Hotel. - Anmeldeschluß ist der 7. Januar 2005. Mit unserer Bestätigung erbitten wir die Überweisung Ihres Beitrages. Erfolgt eine Abmeldung später als sieben Tage vor Beginn der Tagung oder erscheint der Teilnehmer nicht, müssen wir dem Teilnehmer die entstehenden Kosten berechnen.  Unsere Tagungsnummer ist 21-05.
                                                                                    

Titelillustration:
Edward Hopper: Western Motel, 1957


Academia Baltica                                               
Hoghehus, Koberg 2
D-23552 Lübeck
Tel +49(0)0451-39694-0
Fax +49(0)0451-39694-25