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Programm 19-05




FIN DE  SIÈCLE .
IM BÄDERDREIECK KARLSBAD,
MARIENBAD, FRANZENSBAD

Eine Akademiereise zu Kunst und Kultur
im nördlichen Böhmen
mit der Europäischen Akademie Sankelmark
vom 8. bis 13. März 2005
 

 

Ruhm und Reichtum des landschaftlich reizvollen Erzgebirges sind seine heilenden Quellen. In den Bädern des nördlichen Böhmen gab sich die Große Welt der Künste und Politik ihr Stelldichein - und sie könnte es mühlich wieder tun. Mehr als drei Jahre verbringt Goethe im eleganten Gewoge. Marienbad belebt den alternden Geheimrat zu seinem "heilig Öffentlich Geheimnis" um die sehr junge Ulrike von Levetzow. Einen Sprung weiter in Franzensbad mochte die erschöpfte Damenwelt frische Kraft sich holen. Wir jedoch logieren im Parkhotel des legendären Karlsbader Grand Hotel "Pupp", Belle Epoque und elegant wie einst, und haben alle Tradition ringsum: Was ich dort erlebt, genossen, / Was mir all dorther entsprossen, / Welche Freude, welche Kenntnis, / wär' ein allzulang Geständnis! / mög' es jeden so erfreuen, / Die Erfahrenen, die Neuen! - so Goethe dem geliebten Karlsbad im Jahre 1817. Von Goethe stammt auch die vielzitierte Äußerung, er wüßte nur drei Städte zu nennen, in denen er leben möchte: Weimar, Rom und Karlsbad.

Wir laden Sie ein, diesen kunst- und kulturhistorisch besonders reichen Raum mit uns zu erkunden und zu erleben!

   Prof. Dr. Heinz Schürmann           Dr. Christian Pletzing         Dr. Dietmar Albrecht
    
Vorbereitung und Leitung                     Akademieleiter                Academia Baltica e.V.
 

 

 

Programm
 

Dienstag, 8. März 2005             Nach Karlsbad
Um 8 Uhr Abfahrt am Hauptbahnhof Lübeck, Halt für Reisebusse Beim Retteich (aus dem Bahnhof 200 m nach rechts). Evtl. weitere Zustiegsmöglichkeiten unterwegs nach vorheriger Absprache. Fahrt über die deutsch-tschechische Grenze zur ehemaligen Weltkurstadt Karlsbad (Karlovy Vary), beiderseits der Tepl (Teplä) gelegen. Quartier und Abendessen im traditionsreichen Hotel "Pupp", dem wohl berühmtesten Hause Böhmens. Abendliches Rundgespräch zum ersten Kennenlernen.


Mittwoch, 9. März 2005             Ein Tag in "Kaiser Carolsbadt"
Einführung in die Historie von Karlsbad und Umgegend, die Zeit der großen europäischen Badeorte, Imagewandel und Wahrnehmung. Gemeinsamer Rundgang durch das Orts- und Kurzentrum, bestimmt durch typische Architekturensembles und -denkmale der vorletzten Jahrhundertwende, zur Mühlbrunnenkolonnade mit ihren Heilquellen und zur Parkbrunnenkolonnade, Besuch der russischen Kirche und der barocken Maria-Magdalenen-Kirche von Kilian Ignaz Dientzenhofer; Karlsbad als gesellschaftlicher Mittelpunkt von Adel und Eliten. Abendessen und Übernachtung im "Pupp", wo abends Musik zur Unterhaltung dargeboten wird.


Donnerstag, 10. März 2005         Ausflug ins westböhmische Taus
Von Karlsbad fahren wir morgens zunächst ins nahe gelegene Chodau (Chodov) und machen uns in einer Manufaktur mit der Kunst der rosafarbenen Porzellanherstellung bekannt, ein Spezifikum der Region. Weiter geht es durch das bescheidene Konstantinsbad (Konstantinovy Läznä) in das schön am Nordfuß des Böhmerwaldes gelegene Kreisstädtchen Klattau (Klatovy) mit seinem charakteristischen großen Ring, dem typischen quadratförmigen Marktplatz des sog. Ostdeutschen Kolonialgrundrisses mit dem Alten Rathaus und seinem alles überragenden Schwarzen Turm. Von dort ist es nicht mehr weit bis Taus (Domalice), Hauptort des Chodenlandes und bekannt für seinen langgestreckten, arkadengesäumten Straßenmarkt, der durch seine besondere bauliche Geschlossenheit beeindruckt. Nach einem Bummel durch die Innenstadt fahren wir zurück nach Karlsbad. Abendessen und Übernachtung im "Pupp".


Freitag, 11. März 2005                  Eger und Franzensbad
Heute besuchen wir das Egerland (Chebsko) und dort nahe der jetzigen Grenze die Stadt Eger (Cheb), dem Schauplatz der Ermordung Wallensteins, am rechten Ufer des Flüßchens Eger (Ohäe) gelegen. Rundgang durch das historische Zentrum. Im Anschluß fahren wir in das nur wenige Kilometer entfernte Franzensbad (Frantiskovy Läznä), mit vielen Parkanlagen inmitten alter Moorlandschaften mit Birkenbeständen und unter Kaiser Franz I. gegründet. Gemeinsame Besichtigung des alten Kurortes mit seiner charakteristischen Architektur (Badehaus, Kurhaus usw.). Unser nächstes Ziel ist das westböhmische Bergstädtchen St. Joachimsthal (Jächymov) im engen Tal des Weseritzbaches, bekannt durch seine radioaktiven Thermalquellen (Uranpecherz) und früher vor allem durch die reichen Silbervorkommen (vom St. Joachimsthaler leitet sich der Taler und davon der Dollar ab). Von hier aus geht es zurück nach Karlsbad. Abendessen und Ãœbernachtung im "Pupp".


Sonnabend, 12. März 2005           Letzter Tag in Marienbad
Hauptziel des heutigen Tages ist das an kultur- und literarhistorischen Reminiszenzen überreiche Marienbad, ursprünglich zum Besitz des Prämonstratenserstiftes Tepl gehörig, hübsch am Sädfuß des Kaiserwaldes gelegen und einer der berühmtesten europäischen Badeorte. "Jahrmarkt der Eitelkeiten" wurde der Ort gern genannt, beliebter Treffpunkt ungezählter Größen der "gehobenen Schichten", Lieblingsort auch des englischen Königs Eward VII. und Schauplatz des französischen Kultfilmes "Letztes Jahr in Marienbad" (Alain Robbe-Grillet). Gemeinsam besuchen wir das kurgeprägte Zentrum, die Neuen Kolonnaden, das Goethehaus u.a. Abendessen und Übernachtung im "Pupp".


Sonntag, 13. März 2005                          Heimwärts
Abschied von Karlsbad und Rückfahrt im Reisebus nach Lübeck. Ankunft in Lübeck abends entsprechend der Verkehrslage.

Persönliche Programmwünsche werden nach Möglichkeit gern integriert.
Kleinere Programmänderungen vorbehalten.




Die Academia Baltica
"Concordia domi foris pax"  Eintracht im Innern und Friede im Äußern. Der Mahnung verpflichtet, die vom Holstentor die Gäste Lübecks grüßt, arbeitet die Academia Baltica im Netzwerk der Völker und Staaten Mitteleuropas und des Ostseeraumes, in guter Tradition und mit neuer Kraft. Die Akademie hat ihren Sitz im Hoghehus am Koberg, im wohl ältesten Steinbau Lübecks aus der Zeit um 1200, einst Sitz des Landvogts als Vertreter des Kaisers im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Ein paar Schritte weiter steht das Haus der "Buddenbrooks", dichtbei das künftige Zentrum für Willy Brandt und wiederum um die Ecke das Haus für Günter Grass, des dritten der Lübecker Nobelpreisträger. Ihnen benachbart leistet die Academia Baltica ihren Beitrag zur Begegnung der Menschen und zu neuem europäischen Miteinander.

Teilnahme
Die Kosten betragen 860 €, der Zuschlag für ein Einzelzimmer 130 €. Darin enthalten sind die Fahrt im modernen Fernreisebus inkl. aller Rundreisen und Eintritte laut Programm, 5 Übernachtungen im DZ mit Frühstücksbuffet und gutem Abendmenue im Hotel-Restaurant, freie Benutzung der hoteleigenen Sauna- und Badeanlagen, Kurtaxen, Reiserücktrittsversicherung, Reiseleitung, Informationsmaterialien zur Reise. Anmeldeschluß ist der 11. Februar 2005, spätere Anmeldungen versuchen wir zu berücksichtigen. Bitte vermerken Sie auf Ihrer Anmeldung Ihren Wunsch nach einem Einzelzimmer oder den gewünschten Partner im Doppelzimmer. Kleine Änderungen oder Umstellungen des Programms müssen wir uns vorbehalten. Bewährter Veranstaltungspartner ist der Ostreise-Service Bielefeld (ORS). Unsere Veranstaltungsnummer ist 19-05.
                                                                                  

Unterkunft
Alle Übernachtungen im zentral gelegenen stilvollen First Class Parkhotel Pupp in Karlsbad, das zusammen mit dem Grandhotel einen gemeinsamen Hotelkomplex bildet.

Literaturhinweise
M. Bussmann u. G. Träger: Westböhmen und Bäderdreieck. Erlangen 2002. - A. Demmrich: Unsere Nachbarn Tschechien und Slowakei. Braunschweig 1995. - H. Fink u.a.: Die Böhmischen Bäder. München 1993. - J. Fernau : War es schön in Marienbad. Goethes letzte Liebe. Berlin 1994. - St. Frühling: Böhmerwald und Böhmische Bäder. Köln 1994. - J. W. v. Goethe: Elegie von Marienbad. Frankfurt a.M. 1999 (Insel-TB). - E. Götter: Reiseführer Egerland/Westböhmen. Leer 1997. - B. Kemler: Das Unerforschliche ruhig verehren. Goethe im Fichtelgebirge und in Böhmen. Quedlinburg 2004. - R. Nitsch: Westböhmen. Würzburg 1999. - A. Robbe-Grillet: Letztes Jahr in Marienbad. München 1961. - J. Petro u. K. Werner: Tschechien. Bielefeld 2003. - H. Pleticha: Franken und Böhmen. Würzburg 1991.

Karte : Das Klebelsberghaus in Marienbad um 1823. Aus: Goethe in Böhmen. Dargestellt von Johannes Urzidil. Zürich und Stuttgart 1962, gegenüber S. 244.

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