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Programm 14-05

 



Deutschland und Polen im Schatten der

Vergangenheit? Vorurteile und Stereotype

als Hindernisse der Annäherung

Deutsch-polnisches Seminar
in Zusammenarbeit mit der Akademie Sankelmark
vom 14. bis 16. Oktober 2005
in Sankelmark
 

Seit einigen Jahren ist das deutsch-polnische Verhältnis – zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung – wieder vornehmlich von Konflikten geprägt, die sich an historisch belasteten Streitfragen entzünden. Die Diskussionen um das „Zentrum gegen Vertreibungen“, die Aktivitäten der „Preußischen Treuhand“ oder die in Polen erhobenen Forderungen nach deutschen Reparationen für die Schäden des Zweiten Weltkrieges stehen dabei im Vordergrund des öffentlichen Interesses.

Für viele überraschend ist die Tatsache, daß sich diese Auseinandersetzungen jenseits einer sachlichen politischen und gesellschaftlichen Diskussion bewegen. Stattdessen lassen sie Vorurteile wiederaufleben, von denen man geglaubt hatte, sie gehörten nach der erfolgreichen Annäherung beider Länder zu Beginn der neunziger Jahre der Vergangenheit an.

Anhand aktueller Beispiele wollen wir Vorurteile und Konflikte untersuchen, die sich ins kollektive Gedächtnis von Deutschen und Polen eingeprägt haben. Seminarsprachen sind Deutsch und Polnisch in simultaner Übersetzung. Wir laden Sie ein!

       Beate Herget M.A.       Dr. Christian Pletzing              Dr. Dietmar Albrecht
                
Seminarvorbereitung und -leitung                               Academia Baltica e.V.

 

 

Programm
 

Freitag, 14. Oktober 2005
ab 14.00 Uhr   Anreise zur Akademie Sankelmark
15.30 Uhr        Kaffee
16.00 Uhr         Begrüßung und Einführung
                        Dr. Christian Pletzing, Akademieleiter, Lübeck
                        Beate Herget, Seminarleiterin, Frankfurt am Main
16.30 Uhr         Deutschland und Polen – ein asymmetrisches Verhältnis?
                      
Gerd Hoffmann, Vorsitzender der  Deutsch-Polnischen
                       Gesellschaft Hamburg
18.00 Uhr        Abendessen
20.00 Uhr         Die Rolle der Deutschen in der nationalen Erinnerungskultur
                        Polens
                       
Dr. Torsten Lorenz, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder


Samstag, 15. Oktober 2005
9.00 Uhr          Antideutsche und antipolnische Stereotype und ihre
                        Hintergründe
                       
Dr. Krzysztof Wojciechowski, Collegium Polonicum
                       der Europa-Universität Viadrina, Słubice
10.30 Uhr        Kaffee
11.00 Uhr        Das Polen- und Deutschlandbild in der Presse beider Länder
                       
Andrzej Kotula, Deutsch-polnischer Journalistenclub
                        „Unter Stereo-Typen“, Szczecin/Stettin (angefragt)
12.30 Uhr        Mittagessen
14.30 Uhr        Das aktuelle Deutschlandbild junger Polen
                       
Stud. phil. Rafał Woś, Warszawa/Warschau
16.00 Uhr        Kaffee
16.30 Uhr        Die Diskussion um Entschädigung und Wiedergutmachung
                       (Sejmdebatte 2004, Preußische Treuhand, Polnische Treuhand)
                       Dr. Burkhard Olschowsky, Bundesinstitut für Kultur und
                       Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Oldenburg
18.00 Uhr        Abendessen
19.30 Uhr        Neue Wege in der deutsch-polnischen Verständigungsarbeit
                       
Dr. Helga Hirsch, Publizistin, Berlin


Sonntag, 16. Oktober 2005
9.00 Uhr          Die deutschen Heimatvertriebenen – Hindernis oder Brücke
                        auf dem Weg zur deutsch-polnischen Verständigung?
          
             Prof. Dr. Michael Pietsch, Präsident der Bundesdelegierten-
                       versammlung / Schlesische Landesvertretung, Mainz
10.30 Uhr        Kaffee
11.00 Uhr         Leben die Vorurteile zwischen Deutschen und Polen
                       dauerhaft wieder auf?
                      
Dr. Peter-Oliver Loew, Deutsches Polen-Institut Darmstadt.
                       (angefragt)
12.00 Uhr        Schlußgespräch, anschließend Mittagessen und Abreise




Die Academia Baltica
Concordia domi foris pax - Eintracht im Innern und Friede im Äußern: Der Mahnung verpflichtet, mit der das Holstentor die Gäste Lübecks grüßt, leistet die Academia Baltica im Netzwerk der Völker und Staaten Mitteleuropas und des Ostseeraumes ihren Beitrag zu europäischem Miteinander. Die Dynamik des Ostseeraumes öffnet Europa neue Chancen. Mit ihren Schwerpunkten „Fokus Ostsee“ und „Baltic Transfer“ vermittelt die Academia Baltica den Menschen im Norden Deutschlands Wissen und Erfahrung der nordischen Staaten und der neuen Mitglieder der Europäischen Union.

Colloquia Baltica
Die Colloquia Baltica der Akademie sammeln Beiträge zu Geschichte, Kultur und Gesellschaft an der Ostsee. Erschienen sind Band 1 „Mare Balticum. Begegnungen zu Heimat, Geschichte, Kultur an der Ostsee“, Band 2 „Unverschmerzt. Johannes Bobrowski - Leben und Werk“ und Band 4 „Wanderer in den Morgen. Louis Fürnberg und Arnold Zweig“. In Kürze folgen Band 3 „Vorposten des Reichs? Ostpreußen 1933 bis 1945“ und Band 5 „Wege nach Sarmatien. Zehn Kapitel Preußenland“. Die Bände kosten broschiert 19,90 €, für Abonnenten 14,95 €. Bestellungen an die Verlagsbuchhandlung Martin Meidenbauer, Erhardtstr. 8, 80469 München, Tel. 089-20238603, info@m-verlag.net.

Anreise
Die Akademie Sankelmark liegt nahe der deutsch-dänischen Grenze 9 km südlich von Flensburg am Nordufer des Sankelmarker Sees. Autofahrer verlassen die Autobahn Ham­burg-Flensburg an der Abfahrt Tarp in Richtung Sörup und halten sich gleich darauf am Kreisel auf der Bundesstraße 76 in Richtung Flensburg. Nach 6 km weist ein Schild linksab zur Akademie. – Bahnreisende fahren bis zum Bahnhof Flensburg, nehmen von dort ein Taxi (etwa 13 €) oder gehen ein Stück zu Fuß linkerhand den Hang aufwärts zur Haltestelle für den Bus nach Schleswig/Kiel oder Tarp/Eggebek. Die Akademie hat eine eigene Haltestelle.

Teilnahme
Die Gebühr für die Teilnahme beträgt 80,-- €, für Schüler, Studenten (bis 30 Jahre) und Arbeitslose 40,-- €. Der Zuschlag für ein Einzelzimmer beträgt 6,-- € pro Übernachtung. Für Teilnehmer aus Polen beträgt die Gebühr 35,-- €, Schüler und Studenten aus Polen zahlen 17,50 €. Im Preis enthalten sind die Kosten für Unterkunft und Verpflegung und das Programm. Gäste ohne Übernachtung zahlen die Hälfte der Tagungsgebühr. Anmeldeschluß ist der 23.9.2005. Mit der Bestätigung erhalten Sie weitere Informationen zur Anreise und Unterbringung. Bitte zahlen Sie Ihren Teilnehmerbeitrag bar bei der Anreise. Erfolgt eine Abmeldung später als vier Tage vor Beginn der Tagung oder erscheint der Teilnehmer nicht, müssen wir dem Teilnehmer den Tagungsbeitrag berechnen. Gästen aus Polen können wir die Reisekosten erstatten. Wir bitten die Gäste, die Reisekosten so niedrig wie möglich zu halten und sich rasch zu melden. Eine Förderung durch das Bundesministerium des Innern ist beantragt. Unsere Tagungsnummer ist 14-05.
                                                                                       Anmeldung

Titelillustration:
Titelbild von Jan M. Piskorski: Polacy i Niemcy. Czy przeszłość musi być przeszkodą? Poznań: Wydawnictwo Poznańskie 2004.

Academia Baltica
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