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Programm 05-05

 



WELT DER HALLIGEN
DIE ZEIT DER RINGELGÄNSE

Eine Akademiereise nach
Hooge, Langeneß-West, Gröde, dem Japsand und Amrum
vom 21. bis 27. April 2005
 

Die nächste Flut verwischt den Weg im Watt … (R. M. Rilke 1906)
Die Halligen des nordfriesischen Wattenmeeres sind ein weltweit einzigartiges Phänomen von herber Schönheit. Ihre Abgeschiedenheit, ihr Ringen mit der Gewalt des Meeres und die stete Abwesenheit der seefahrenden Männer haben ihre besondere Art geprägt. Heute bedrohen neue Lebensformen die in Jahrhunderten gewachsene Architektur, Kultur und Landschaft. Doch dem Besucher, der Zeit und Neugier mitbringt, öffnen die Weite der Fennen, Watten und Sande eine elementare Welt. Die Begegnung mit dieser Welt bereichert, verändert. Wind und Gezeiten bestimmen den Rhythmus des Lebens und des Lebensraums, zweimal täglich wird die Urlandschaft der Watten neu geformt.

Wir wollen erneut diese periphere Halligwelt erleben - zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Schiff, diesmal zur Zeit der Ringelgänse, die in den Wochen nach Ostern zu Zehntausenden die Halligen bevölkern. Schwerpunkte unserer diesjährigen Reise sind der Westen Langeneß‘ mit seinen jungen Warft- und Kirchenwüstungen, die kleine Hallig Gröde, der wüstenähnliche Japsand und die als Vergleich und Kontrast in jeglicher Hinsicht völlig anders strukturierte Sand- und Geestkerninsel Amrum mit ihren prähistorischen Siedlungsspuren.

Wir laden Sie ein, diesen vielfältigen Raum mit uns erstmals oder erneut zu erkunden.

  Prof. Dr. Heinz Schürmann             Dr. Christian Pletzing          Dr. Dietmar Albrecht
  
Vorbereitung und Leitung                       Akademieleiter                   Academia Baltica e.V.
 

 

Programm


Stichpunkte zum Inhalt

Genese der Hallig- und Inselwelt – Küstenmarketing – Denkmalschutz und regionale Architektur – Tradition versus Moderne – Uthlande – Watt und Wurten – Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer – Küstenschutz und Landgewinnung – Image und Identität der Halligen – Authentizität und Vermarktung – Regionalbewußtsein als Desiderat – Tourismus als Entwicklungsfaktor? – Nordsee und Halligen im Spiegel  der Literatur – Sakralarchitektur auf Halligen und Inseln – Spezifische Rolle von Kirche und Schule – Halligkultur und Halligkult heute – Alltagsleben auf den Halligen.
Hinweis: Bereitschaft zum Fahrradfahren erwünscht.


Donnerstag, 21. April 2005               Nach Hallig Hooge
Möglichkeit zur gemeinsamen Anreise im Bus ab Lübeck zum Fährhafen Schlüttsiel: 12.15 Uhr Abfahrt am Hauptbahnhof Lübeck, Halt für Reisebusse Beim Retteich (aus dem Bahnhof 200 m nach rechts). Ca. 13.15 Uhr Zusteigehalt am Hauptbahnhof Hamburg (Halt für Flughafenbusse am Ausgang Kirchenallee). Ca. 15.45 Uhr Zusteigehalt am Bahnhof Husum.

Ansonsten individuelle Anreise: per PKW bis zum Fährhafen Schlüttsiel (zwischen Ockholm und Dagebüll), dort bewachter Parkplatz (Tel.: z.B. Petersen 04674 - 1463); per BAHN bis Husum, um 16.35 Uhr weiter mit Linienbus (aus dem Bahnhof kommend gleich rechts) zum Anleger Schlüttsiel (Ankunft 17.25 Uhr, Fahrkarten im Bus – nicht die Fähre mitbuchen. Im allgemeinen wartet der Bus auf den Zug, die Fähre auf den Bus (alle Fahrplanangaben ohne Gewähr). Treffpunkt direkt am Anleger Schlüttsiel vor der Abfahrt. Am Anleger stehen kleine, überdachte Anhänger mit Aufschrift „Hooge“, dahinein das Hauptgepäck.

Abfahrt der Fähre nach Hooge: 17.30 Uhr (mit der „Hilligenlei I“ der W.D.R.). Ca. eine Stunde Fahrt, an Bord Restauration möglich. Auf Hallig Hooge Gepäcktransfer zur Lorenzwarft. Quartier und Abendessen in „Frerk’s Buernhus”, abendliche Gesprächsrunde zum Kennenlernen in der hauseigenen Gaststube.


Freitag, 22. April 2005               Einführung in die Halligwelt
Entstehung der Halligen und Entwicklung ihrer spezifischen Kulturlandschaft, Gefährdung gewachsener Strukturen durch Tourismus und Moderne, Chancen und akute Gefahren der aktuellen Kulturlandschaftsentwicklung, gemeinsamer Erkundungsgang auf dem Sommerdeich am Watt, Radfahrt zu einigen Warften; das „Ringelgansproblem“. Abendessen bei „Frerk“, gemeinsamer Ausklang.


Sonnabend, 23. April 2005         Durch das Watt zum Japsand
Geführte Wattwanderung zum westlich vorgelagerten Japsand (Schutzzone I), Morphologie und Verlagerung der Außensände, Kulturspuren im Watt (bei geeigneten Wattverhältnissen), Akzeptanzprobleme des Nationalparks, Besuch weiterer Warften auf Hooge, spezifische Entwicklungsprobleme, besondere Aufgaben des Denkmalschutzes. Abendessen bei „Frerk“, abendlicher Spaziergang am Meer.


Sonntag, 24. April 2005                Die Kirche auf Hooge
Vormittags Gelegenheit zum Besuch des Gottesdienstes in der schönen alten Halligkirche, einer halligtypischen „Recyclingkirche“ mit anschließendem Gespräch, Wanderung am Wasser oder Raum zur individuellen Gestaltung. Abendessen bei „Frerk“, Literaturgespräch mit Lesung von alten und neuen Texten zur nordfriesischen Hallig- und Inselwelt.


Montag, 25. April 2005                       Nach Amrum
Tagesfahrt per Schiff nach Amrum (Anleger in Wittdün), morphologische und kulturgeographische Entwicklungsfragen, Rundfahrt mit dem Rad: Dünenlandschaften und Nehrungsbildung, Geestkern, prähistorische Siedlungsreste und megalithische Gräber, Vogelkoje, friesische Kapitänshäuser aus der Walfängerzeit in Nebel, alte Kirche und Seemannsfriedhof, Gelegenheit zum Besuch des traditionellen Friesencafés, 18 Uhr Abfahrt von Wittdün nach Hooge. Abendessen bei „Frerk“, Gespräch über Leben und Überleben auf den Halligen in Geschichte, Gegenwart und Zukunft.


Dienstag, 26. April 2005      Fahrt zu den Halligen Langeneß und Gröde
Rundfahrt mit Schiff (gechartert) zu benachbarten Halligen, Erkundung des Westteils von Langeneß (insbes. Nordmarsch) per Rad, junge Warftwüstungen, Kirchenwüstung, Friedhof, spezielle Halligschutzbauten, Landgewinnung und ökologische Fragen, Fahrt zur kleinen Hallig Gröde, der kleinsten deutschen Gemeinde mit ihren heute nur noch zwei bewohnten Warften, zurück nach Hooge. Abendessen bei „Frerk“, gemeinsamer Abschlußabend.


Mittwoch, 27. April 2005                       Heimwärts
Gepäcktransfer zum Anleger auf Hooge, Abschied von der Hallig. Um 11.00 Uhr Abfahrt der Fähre nach Schlüttsiel,Ankunft gegen 12.15 Uhr. Weiterreise gemeinsam per Bus nach Lübeck (mit Halt in Husum und Hamburg) oder individuell.

Persönliche Programmwünsche werden nach Möglichkeit gern integriert.




Die Academia Baltica
Concordia domi foris pax – Eintracht im Innern und Friede im Äußern. Der Mahnung verpflichtet, die vom Holstentor die Gäste Lübecks grüßt, arbeitet die Academia Baltica im Netzwerk der Völker und Staaten Mitteleuropas und des Ostseeraumes, in guter Tradition und mit neuer Kraft. Die Akademie hat ihren Sitz im Hoghehus am Koberg, im wohl ältesten Steinbau Lübecks aus der Zeit um 1200, einst Sitz des Landvogts als Vertreter des Kaisers im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Ein paar Schritte weiter steht das Haus der „Buddenbrooks“, Gedenkort der Brüder Heinrich und Thomas Mann, dichtbei das künftige Zentrum für Willy Brandt und wiederum um die Ecke das Haus für Günter Grass, des dritten der Lübecker Nobelpreisträger. Ihnen benachbart leistet die Academia Baltica ihren Beitrag zur Begegnung der Menschen und zu neuem europäischen Miteinander.

Teilnahme
Die Kosten für die Teilnahme betragen 650 €, der Zuschlag für ein Einzelzimmer 90 €. Darin enthalten sind die Fähre Schlüttsiel-Hooge-Schlüttsiel, Übernachtungen mit Halbpension in der Hotel-Pension „Frerk’s Buernhus”, Hallig Hooge, Lorenzwarft, Tel. 04849-254, Fax 275  in Zimmern mit Dusche/WC, Schiffsfahrten nach benachbarten Halligen und Amrum, alle Fahrradmieten, geführte Wattwanderung, Reiseleitung, detaillierte Informationsmaterialien zur Reise. Außerdem bieten wir den Transfer Lübeck-Schlüttsiel und zurück an. Anmeldeschluß ist der 12. Februar 2005, spätere Anmeldungen versuchen wir zu berücksichtigen. Bitte vermerken Sie auf Ihrer Anmeldung Ihren Wunsch nach einem Einzelzimmer oder den gewünschten Partner im Doppelzimmer. Kleine Änderungen des Programms, insbesondere wetter- und gezeitenbedingt, müssen wir uns vorbehalten. Unsere Veranstaltungsnummer ist 5-05.

                                                                                    

Literaturhinweise
D. Albrecht: Storm in Schleswig und Holstein. Stuttgart/Dresden 1991. – D. Albrecht: Schleswig-Holstein. Literaturreisen. Stuttgart/Dresden 1993. – A. Bantelmann: Landschaft und Besiedlung Nordfrieslands in vorgeschichtlicher Zeit. Husum 1992. – K. Lengsfeld (Hrsg.): Halligleben um 1900. Heide 1998. – J. Lorenzen: Die Halligkirchen in alten Aufnahmen. Bredstedt 1993. – W. Lobsien : Der Halligpastor. Roman. Heide 1996 (1962). – G. Quedens: Strand und Wattenmeer. München 1990. – G. Quedens: Die Halligen. Breklum 1998 (15. Aufl., guter Überblick). – G. Quedens : Amrum. Breklum 15. Aufl. 1990. – H. Ramge (Hrsg.): Heut bin ich über Rungholt gefahren (Balladen). Husum 2002 (3. Aufl.). – G. Riecken: Die Halligen im Wandel. Husum 1985 (2. Aufl.). – G. Schirrmacher : Hallig Hooge. Breklum 1999 (9. Aufl.). – H. Schürmann: Hallig Hooge – Image und Identität eines Grenzraumes zwischen Authentizität und touristischer Vermarktung. In: Marburger Geographische Schriften 134, Marburg 1999, S. 39-56.

Titelbild: „Harlies Hus“ auf Hooge, um 1974 (www.harlieshus.de).


Academia Baltica
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